Warum mit 40 anfangen zu bloggen?

Es fing alles vor ca. 20 Jahren an, die Idee eines Romanes, mit dem Titel „eine kleine Lüge“. Die wahre Geschichte meines Lebens. Titel, Buchrücken und Einleitungstext waren schnell verfasst. Nach wenigen Tagen überrollte mich der Alltag und die Tastatur blieb still und verstaubte. 

Anfangs gab es nur tageweise Pausen, dann Monate, dann sogar Jahre und nun, kaum die Augen wieder geöffnet bin ich über 40 Jahre alt und sitze am Text meines Lebens, wieder ein mal, mit etwas mehr Elan und Motivation. Ja, eine wahre Lebensaufgabe. Mit 40 überarbeitet man nicht nur sein 20 Jahre alten Text, denn Schreibstil, Idee und Background haben sich geändert, sondern man versucht es nun richtig zu machen. So ein richtiger Autor mit all den tollen Ausdrücken, den umwerfenden Schreibstil, den germanistisch wertvollen Elementen eines Satzaufbaus. In stillen tiefsinnigen Momenten malte ich mir das Bild weiter aus. Ein großer Schreibtisch, eine Leselampe, mein Laptop, in einem Haus weit ab der Zivilisation auf dem Weg zum Bestseller Autor. Träume!   

Nun gibt es allerdings ein kleines Mankerl. Als zukünftiger Autor habe ich bisher viel zu wenig selber gelesen. Klar, die Zeilen nach und vor dem Punkt kann ich schon deuten und wenn mich etwas interessiert kann ich mich damit schon ein paar Minuten beschäftigen. Doch es ist lange, sehr lange her, dass ich ein Buch ganz zu Ende gelesen habe. Beste Voraussetzung Autor zu werden. 

Wie so vieles in meinem Leben begann ich damit mein Ziel in Schlangenlinien, mit Umwegen und über Hindernisse zu erreichen. Kleine Etappen. Ich wollte meine Motivation nicht wieder verlieren.  Ich setzte mich daher ran für meinen Roman zu recherchieren. Ich durchstöberte mein Kindle, denn mittlerweile bin ich mit der Zeit gegangen und das Internet mit all den bunten Bildern und Texten wurde zum ständigen Begleiter. Das ist natürlich ein Aufhänger und zeigt an Fortschritt und Wissensdurst des Autors, aber eigentlich waren meine Augen dran schuld, die sich jetzt mit über 40 so langsam in den Ruhestand versetzen und die kleinen Buchstaben in den Papierbüchern zu mysteriösen und phantasiereichen Elemente zusamen setzen.

Ich tippte die Keywords „Buch schreiben“, „Roman erstellen“, „Autoren Hilfe“ in die Suchleiste ein, drückte voller Erwartung auf den Suchbutton und wurde ernüchternd von nur wenigen Ergebnissen des Amazon Kindle Portales eingeholt. 

„Rezeptbuch zum Selber schreiben“, „Story Turbo mit System“ oder „Deadline – wie man besser schreibt“ … Es gab Bücher mit schon echt seltsamen Titeln, die es bei mir nicht mal in die best off der eventuell, möglicherweise oder unter Umständen minimal interessanten Bände geschafft haben. Leider hat mich die Suche hier etwas unzufrieden gestellt und ich versuchte mein Glück in den Social Medien. Kaum gedacht, schon getan.

Blog, Business und Text – Die Schreibgruppe, hört sich vielversprechend an. Anfrage gestartet und kurz drauf bestätigt, nun war ich drin in einer Gruppe voller Autoren, Blogger und Texter. Dank der Administratorin und den vielen anderen lieben Gleichgesinnten habe ich mich von Anfang an super wohl gefühlt und bin geblieben. Während ich mir die vielen tollen Kurztexte der Mitglieder durchlas, kribbelte es in mir, mein Finger fingen an zu zittern und in meinem Kopf explodierte es. Ich musste anfangen zu schreiben. Meine Lebensgeschichte sollte nun ein Ende finden. 

Ich schrieb und schrieb und schrieb und schrieb, all meine Gedanken flossen wie aus dem Wasserhahn. Doch dann passierte etwas, womit ich in meinem Schreibwahn nicht gerechnet habe. Ich bin völlig vom Thema abgewichen und erzählte nicht mehr meine Geschichte, sondern die Geschichte meiner Fantasie. Aus dem nichts gekommen krabbelte sie über meine Finger auf den weißen Hintergrund meines Textverarbeitungsprogramm. NOTBREMSE! Zurück zum Anfang. Ich brauchte eine Zwangspause und beschäftigte mich mit anderen Dingen. Meinen 3 Hunden, meiner Arbeit mit den 20 Gasthunden, der Natur. Ich telefonierte mit meinem Sohn, sah mir seine neuen YouTube Videos an, Unternahm etwas mit meiner Partnerin, las in unseren veganen Kochbüchern. Dem Ganzen setze meine neue Facebookgruppe die Krone auf. Ein Februar Contest . Thema „Motivation“. Die Einstimmungssätze der Administratorin haben mich fasziniert. Und dann klickte es mit den Worten „es ist vorerst nicht wichtig mit welchem Stil, mit welcher Grammatik und mit welchen Wortlaut du schreibst, wichtig ist, das du schreibst“. Das war der Startschuss für meine Idee mit „Über 40, na und?“ 

In Form eines Blogs, kann ich meine Gedanken freien lauf lassen, kann Ideen los werden und meine Fantasie wachsen lassen. Ich schrieb…

Meine Motivation befand sich in der Motivation selber. Ich lerne durchs „Fremd-„schreiben meine Ideen für mein Roman zu ordnen und wieder in die richtige Bahn zu lenken.

Nun habt ihr den Salat. ich texte euch voll und lass euch an mein Leben teilhaben. 

Liebe Grüße


Euer Alex